Geschicke des Öls: vom Mittelalter bis zum Heute

Juni 13, 2017

Das Olivenöl im Mittelalter

Das Olivenöl wurde in den ersten Jahrhunderten des Mittelalters ein sehr seltenes Produkt: die Tafel auch der Reichsten wurde vom Speck dominiert. Nur an den “mageren” Tagen, an denen laut des lithurgischen Kalenders der Verzehr von Fleisch verboten war, zog man ihm das Öl vor. Man verwendete auch hier jedoch nicht immer Olivenöl, das für Viele zu teuer war, sondern ersatzweise Nußöl oder andere pflanzliche Öle.

Der langsame, aber kontinuierliche Wiederaufstieg der Olive begann um das Jahr tausend; den entscheidenden Impuls für den Anbau gaben die Benediktinermönche, die Olivenhaine und Weinberge innerhalb der Mauern ihrer Abteien anpflanzten, und die Franziskaner, die die Olive in alle Länder des Mittelmeers mitnahmen, in denen ihr Orden tätig war. In dieser ersten Phase blieb die Verbreitung bescheiden: das Öl wurde vor allem in heiligen Riten und in Medikamenten verwendet und noch nicht als verbreitetes Lebensmittel.

Abgesehen von diesen Einzelfällen waren die Oliven wenig verbreitet: Dokumente der Epoche beschreiben bäuerliche Anwesen mit nur drei, fünf unf zehn Bäumen. Es begann sich jedoch die Idee zu verbreiten, daß die Oliven eine Quelle des Reichtums darstellten: Die Gemeinden selbst verpflichteten ihre Grundbesitzer eine bestimmte Anzahl an Bäumen zu pflanzen und die Landbesitzer ordneten ihren Pächtern an, die ertragsreicheren Oliven statt Wein und Getreide anzubauen. In dieser Phase gab es noch keine wirklichen Olivenhaine: die Olivenkultur wurde von anderen notwendigen Produkten begleitet, um das Überleben der Bauernfamilien zu garantieren.

Noch im dreizehnten Jahrhundert waren die Florentiner Händler gezwungen, Öl aus anderen Regionen anzukaufen, das für ihre Seifenherstellung und für die Wollverarbeitung notwendig war. Um die ersten großen Olivenhaine der Toskana anzutreffen müssen wir bis ins fünfzehnte Jh. blicken: Vor allem in die Gegend um Lucca, wo die Händler durch den Ölhandel reich wurden – auf die Hügel um Pisa und Siena, in die Gegend von Pescia und die Länder um Florenz.

Das Olivenöl in der Renaissance und bis heutzutage

Das Interesse an dieser Kultur war groß, weil es große Gewinnspannen bot: es genügt an Florenz zu denken, wo 1427 ein Kilo Öl soviel kostete wie fünf Liter Wein und vier Kilo Getreide. Auch die Medici förderten die Olivenkultur, indem sie viele ihrer Ländereien den Komunen überließen, damit sie das Land an jeden sehr günstig verpachteten, der sich verpflichtete, der sich verpflichtete,Oliven anzubauen.

Im fünfzehnten und im sechzehnten Jh. waren die Produktion und der Handel mit Öl in ganz Italien verbreitete wirtschaftliche Aktivitäten. Venedig und Genua nahmen dabei die wichtigste Stellung ein, weil sie das Öl in ganz Europa exportieren. Im selben sechzehnten Jh. Jedoch veränderte sich, vor allem in der Toskana, die Physionomie des Olivenanbaus.

Trotz der Krise, hervorgerufen durch den “großen Schnee” 1709, einer außergewöhnlichen Kältewelle, die in der Region sehr viele Bäume vernichtete, machte die Landwirtschaft hervorragende Fortschritte: es wurden sehr viele Studien gemacht, um die Frostschäden zu heilen; Man untersuchte, wie man die Produktion und die Qualität des Öls verbessern konnte, in welchen Zeiten und mit welchen Techniken man am besten die Bäume beschneidet und erntet und wie man die Pressung des Öls perfektionieren kann.

Entscheidender Vorreiter in diesen Studien war die Akademie der “Georgofili”, 1753 in Florenz gegründet,und von Großherzog Pietro Leopoldo als wichtigste Institution für die Entwicklung der Landwirtschaft in der Toskana anerkannt.

Unter den Studienobjekten erscheint von Anfang an “ der Anbau der Olive und anderer Früchte, um ihren Mangel auszugleichen. In der Art, das beste Öl zu machen und es aufzubewahren”. Motiv des Stolzes der Akademiker war besonders die Möglichkeit, ihre Theoriern direkt anzuwenden. Dank dieser Methode erreichte man viele Verbesserungen, die gut quantifizierbar waren: 1830 breiten sich die Olivenhaine der Toskana auf 152.000 Hektar aus, die dank der Steigerung des Konsums an Olivenöl in allen Bevölkerungsschichten und dank der daraus folgenden Verbreitung der Haine in Gegenden, die nicht traditionell Olivenanbaugebiete waren, wie das Chianatal und die Maremma, im Jahr 1929 gut 230.000 Hektar wurden.

Es begann sich schließlich ein neuer spezialisierter Olivenanbau mit Intensivkultur und Neuanbau zu verbreiten, der das Beschneiden, das Düngen und die Ernten erleichtert und die Produktion steigert.


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